
Kontolöschung – unentdeckte Goldgrube
Wird ein Konto gelöscht oder gar eine Kundenverbindung aufgelöst, denken die Meisten nicht an die Kosten, die damit verbunden sind. Aber bei vielen Banken liegt gerade hier ein erhebliches Potenzial für Kostensenkungen, das noch nicht gehoben ist. Mit der Anzahl der Verflechtungen eines Kontos in den Fachanwendungen nimmt dieses Sparpotenzial sogar proportional zu. Grundlage dafür ist eine entsprechende Workflow-Lösung. Mit ihr kann durchschnittlich ein Return on Investment von unter zwei Jahren erreicht werden.
Kompakt
- Konten sind mitunter stark mit den fachlichen Anwendungen einer Bank verflochten – es können sogar bis zu 30 verschiedene Anwendungsbereiche von einer Kontolöschung betroffen sein.
- Die Löschung der Abhängigkeiten kann in unterschiedlichen Organisationseinheiten an verschiedenen Orten stattfinden und bedarf somit einer erheblichen Koordination.
- Die örtliche Trennung der Teilprozesse verursacht erhebliche Latenzzeiten zwischen den einzelnen Prozessschritten. Derart langen Laufzeiten können das Gesamtsystem belasten.
Komplett
Es ist für jede Bank schmerzlich einen Kunden zu verlieren. Mindestens ebenso schmerzlich ist, dass dieser Prozess erhebliche Ressourcen in der Bank bindet und ansehnliche Kosten verursacht. Es muss somit das Ziel jeder Bank sein, Kontolöschungen so billig wie irgend möglich abzuwickeln.
Die Kontolöschung umfasst in der Praxis eine Vielzahl verschiedener Anwendungen. Bei einigen Kunden der Unternehmensberatung Steria Mummert Consulting sind in diesem Prozess bis zu 30 verschiedene Fachanwendungen betroffen :
Das Bild macht offensichtlich: Die Kontolöschung erfordert die umfangreiche Kommunikation verschiedener Fachabteilungen und eine Vielzahl von Steuerungs- parametern. Hat der Kunde zum Beispiel noch ein Depot, so können sich dort noch nicht ausgeführte Wertpapier-Orders befinden. Das Verrechnungskonto kann somit nicht gelöscht werden, bevor diese Orders ausgeführt oder storniert werden konnten.
Doch noch immer müssen sich dafür Filial- oder Back-Office Mitarbeiter manuell und mittels Checklisten in nicht integrierten Anwendungen bewegen. Die dabei entstehenden Fehler zu beheben ist extrem aufwendig und teuer. Zum Beispiel dann, wenn das Konto gelöscht wird, obwohl in einem abhängigen Konto eine absolute staatsanwaltschaftlich veranlasste Kontosperre vorhanden ist. In diesem Fall muss die Löschung in allen Anwendungen manuell rückgängig gemacht werden.
Workflow-Systeme helfen, solche Situationen auszuschließen und den Zeitaufwand drastisch zu senken, indem sie inkonsistente Zustände verhindern und den Ablauf der einzelnen Prozessschritte optimieren. Mit ihrer Integration ergeben sich bei der Kontolöschung immense Zeit- und Kosteneinsparungen. Die manuellen Prozessschritte werden effizienter und mit höherer Qualität in einen Gesamtablauf eingebunden. Erreicht wird dies, indem Aktivitäten zum richtigen Zeitpunkt zugewiesen, der Status ständig überwacht sowie Geschäftsregeln und Zuständigkeiten aktiv gesteuert werden.
Nach Schätzungen von Steria Mummert können bei mittel- großen Banken mit solchen Lösungen mehr als eine Million Euro im Jahr einge- spart werden.
Die Autoren informieren auf Anfrage über Workflow-Systeme für Kontolöschungen.
Matthias Frerichs, Sachindra Suri




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