
Resilienz – Psychische Stärke lässt sich trainieren
Manche Menschen zerbrechen an Krisen, andere überstehen selbst widrigste Situationen unbeschadet. Sie sehen Unsicherheiten und Veränderungen als willkommene Herausforderung, stecken Rückschläge weg und erkennen für sich darin sogar Chancen. Diesen elastischen Umgang mit Veränderungen und Herausforderungen nennt man "Resilienz".
Kompakt
- Optimismus, Akzeptanz und Lösungsorientierung statt Dramatisieren, Ankämpfen und Problematisieren – auf die Grundeinstellung kommt es an.
- Die Opferrolle verlassen und Verantwortung übernehmen – nur so ist es möglich, seine weitere Zukunft selbst aktiv zu gestalten.
- Netzwerken und die Zukunft planen – nur wer präsent bleibt und aktiv ist, wird Rückschläge überwinden.
Komplett
Psychische Widerstandskraft lässt sich trainieren. Liegt diese Fähigkeit noch nicht in Ihrem Verhaltensrepertoire, so können Sie Ihre Klaviatur der Möglichkeiten um diese jederzeit erweitern.
Hier "Die sieben Säulen der Resilienz" (siehe Literaturtipp „Der R-Faktor“)
Bewahren Sie sich eine optimistische Grundhaltung
Begriffe wie "Scheitern", "Krise" oder "Bedrohung" gehören nicht zum Wortschatz eines Menschen mit optimistischer Grundhaltung. Genau diese sollte man sich aber gerade vor anstehenden Veränderungen bewahren. Es ist durchaus möglich, negative Gedanken in optimistische umzudeuten. Und es hilft. Ein vertrauensvoller Blick in die eigene Zukunft und eine neugierige Grundhaltung vermeiden destruktives Dramatisieren und helfen, offen mit Veränderungen und mit den an diesem Prozess beteiligten Menschen umzugehen. So finden Sie sich beispielsweise bei Fusionen und Umstrukturierungen besser zurecht – es müssen nicht erst eigene Widerstände eingerissen werden.
Akzeptieren Sie das Geschehene
Unabdingbar ist, eine schwierige Situation in ihrer ganzen Tragweite zu erkennen, zuzulassen und das Unabänderliche zu akzeptieren:
- Ja, ich wurde kritisiert.
- Ja, ich wurde gekündigt.
- Ja, mein Arbeitgeber verlagert den Firmensitz auf die grüne Wiese.
- Ja, ein Kollege wurde bei der internen Bewerbung bevorzugt und ist jetzt mein Chef.
Erst, wenn man in der Lage ist, den "Wolf zu umarmen", können weitere Schritte unternommen werden.
Denken Sie in Lösungen
Neben Optimismus und Akzeptanz zählt jetzt der Umgang mit der Situation. Entweder
- Verdrängen ("Sieh nicht hin, dann ist es nicht wahr"),
- Tunnelblick ("Passt ein Kamel durchs Nadelöhr"),
- Problemorientiertes Denken ("Schlimmer geht (n)immer") …
Oder eben auch Lösungsorientiert an die Sache herangehen. Hierbei überlegen
- Wie bin ich in der Vergangenheit mit kritischen Situationen umgegangen?
- Welche Einstellungen, Taten und Fähigkeiten waren hilfreich, welche nicht?
- Welche Ängste aus der Vergangenheit haben sich tatsächlich bewahrheitet? Welche nicht?
- Kann ich Katastrophengedanken diesmal gleich beiseite lassen?
Neben Plan A und B möglicherweise auch Plan C erarbeiten und überlegen, welche Ressourcen unterstützend aktiviert werden können. Dazu zählen weiterhin die persönlichen Interessen zu pflegen, Netzwerke aktiv zu halten, mit Freunden; Kollegen und Mentoren das Gespräch und den Austausch zu suchen.
Verlassen Sie die Opferrolle
Manchem hilft es, mit einem unabhängigen Berater die eigenen Kompetenzen und Stärken herausarbeiten. Diese gilt es, für Andere transparent zu machen und so das Selbstwertgefühl und das Vertrauen in die eigenen, gelebten Ressourcen zu stärken.
Übernehmen Sie Verantwortung
Wir sind für unser Leben verantwortlich. Nicht der Staat, nicht der Chef, nicht die Firma, nicht die Eltern oder die unglückliche Kindheit. Bleiben Sie aktiv, handeln Sie weiterhin – sonst werden Sie zu Behandelten (= Opfer).
Pflegen Sie Ihr Netzwerk
Nicht zurückziehen, sondern weiterhin das private und soziale Netzwerk pflegen. Darüber sprechen was einen bewegt, was möglicherweise das Denken und Handeln im Moment stark beeinflusst. Im Dialog bleiben, nicht isolieren.
Planen Sie Ihre Zukunft
Hier geht es um eine gut durchdachte, kurz- und auch mittelfristige Zukunftsplanung. Entwicklungspotenzial sollte realistisch ausgelotet werden. Mit umsichtiger Zukunftsplanung und guter Vorbereitung kann man sich auf die mit großer Wahrscheinlichkeit eintretenden Ereignisse des Lebens vorbereiten.
Ute Bölke
Literaturtipps zum Thema Resilienz und positiven Denken
- Micheline Rampe: "Der R-Faktor. Das Geheimnis unserer inneren Stärke", Knaur; Taschenbuchausgabe 2005, ISBN 978-3-426-87260-4; 8,95 Euro
- Karen Reivich, Andrew Shatté: "The Resilience Factor. 7 Keys to Finding Your Inner Strengh and Overcoming Lifes´s Hurdles", Broadwaybooks, Paperback Edition 2003, ISBN 0-7679-1191-1; 14,95 Dollar
- Anthony Robbins: "Grenzenlose Energie. Das PowerPrinzip", Ullstein, Taschenbuchausgabe 2004; ISBN 9 783548742274; 12,95 Euro
- Dr. Joseph Murphy: "Innere Stärke durch positives Denken"; Knaur; Taschenbuchausgabe 2000; ISBN N 3-426-87057-6; 9,90 Euro
- Fritz Riemann: "Grundformen der Angst"; Reinhardt, Taschenbuchausgabe 2003, ISBN 3-497-00749-8 ; 14,90 Euro




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